WELTENBRAND HAGEN 1914

OSTHAUS MUSEUM HAGEN
20. Mai - 10. August 2014

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INFORMATIONEN

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren war ein einschneidendes Ereignis. Es veränderte nicht nur Europa und die Welt. Der Krieg und seine Folgen bestimmten über Jahrzehnte das Leben vieler Menschen. Für den Schriftsteller Karl Kraus war es der Untergang der Menschheit. Andere verglichen den Ersten Weltkrieg mit dem mythologischen Weltenbrand im nordisch-germanischen Götter- und Heldenepos Edda.

Für die Stadt Hagen bedeutete das Jahr 1914 eine grundlegende Zäsur. Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs veränderten die bis dahin prosperierende Stadt. Kultur, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und vieles andere mehr wurden in den Grundfesten erschüttert. Die Folgen waren nachhaltig und sind bis in die Gegenwart spürbar.

1914 war Hagen die bedeutendste Stadt im südlichen Teil der preußischen Grafschaft Mark. Als Verkehrsknotenpunkt und Standort bekannter Unternehmen stand Hagen mit fast 100.000 Einwohnern knapp vor dem Aufstieg zur Großstadt. Nach dem für das Deutsche Reich verlorenen Ersten Weltkrieg erlebte Hagen dann aber einen Rückschlag. Von den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Folgen erholte sich die Stadt nur langsam.

Im Osthaus Museum Hagen präsentiert der Fachbereich Kultur die Ausstellung „Weltenbrand – Hagen 1914“. Die Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren die kulturelle und wirtschaftliche Blütezeit der Stadt. Davon zeugen bis heute der 1910 eröffnete Hauptbahnhof, das 1911 eingeweihte Stadttheater und das 1899-1903 errichtete Rathaus sowie der von 1906 bis 1908 nach Entwürfen von Henry van de Velde erbaute Hohenhof. Die Architektur und Funktion dieser Gebäude standen symbolisch für den Fortschrittsglauben der Bevölkerung in der prosperierenden Stadt Hagen der Vorkriegsjahre.

Das Osthaus Museum Hagen ist der ideale Ort einer Ausstellung über diese Zeit. Es wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus als Folkwang-Museum als das weltweit erste Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Die Ausstellung „Weltenbrand – Hagen 1914“ beschränkt sich nicht nur auf das Museum. Vielmehr wird der öffentliche Raum mit seinen zahlreichen Baudenkmälern und Geschichtsorten im Stadtgebiet einbezogen.

Die Ausstellung erlaubt auch einen Blick auf die Zeit nach dem „Weltenbrand“. Welche Folgen ergaben sich für Hagen? Wie wurde der Krieg in der Bevölkerung verarbeitet? Was ist geblieben und wo sind die Relikte heute? Die Ausstellung versucht Antworten auf diese Fragen zu geben.

Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen:

Tayfun Belgin, Ralf Blank, Birgit Schulte (Hrsg.), Weltenbrand - Hagen 1914, 262 Seiten, zahlr. farb. Abb., Hardcover, 22,95 €, Essen: Klartext-Verlag, ISBN: 978-3-8375-1179-6

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